Umwelt-Zertifikate und Siegel: Bieten sie wirklich Sicherheit? (Umweltfreundlich Drucken Teil 2)

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Kommentare deaktiviert für Umwelt-Zertifikate und Siegel: Bieten sie wirklich Sicherheit? (Umweltfreundlich Drucken Teil 2) / 17. September 2019

Wir haben nachgefragt: Kann man sich als Unternehmer und Verbraucher an Iso-Zertifikaten und Umwelt-Siegeln orientieren? Was ist relevant im Bereich Druck und Papier? 

ISO 14001

TEIL 2

Die ISO-Zertifikate bekommt man vom TÜV. Das weltweit bekannteste Zertifikat wird für Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 vergeben. Was man dafür genau tun muss, außer Kosten einzusparen, indem weniger Energie und Rohstoffe verschwendet werden – was schon mal gut ist – konnten wir nicht herausfinden. Dieses Zertifikat soll etliche Vorteile bringen: Kostenersparnis, ein Imagegewinn und dadurch motiviertere Mitarbeiter. Auch Absatz- und Umsatzsteigerungen werden angekündigt, wenn Unternehmen das Zertifikat „öffentlichkeitswirksam“ kommunizieren und natürlich erleichtert das Zertifikat die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen. Soweit so gut. Inwiefern Verbraucher oder die Umwelt profitieren lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Viel einfacher dürfte sein, sich bei dem Unternehmen direkt zu erkundigen, was genau für den Umweltschutz getan wird. Informationen dazu findet man häufig auf den Webseiten, etwa mit welchen Verfahren oder Maschinen gedruckt wird, woher der Strom kommt und solche Dinge.

Doch auch die Welt der Umweltsiegel ist nicht dafür gemacht, um sich als Verbraucher schnell orientieren zu können oder gar Vertrauen aufzubauen. Schließlich klebt auf jedem zweiten Produkt ein Hinweis – ob Bio, Fairtrade, plastikfrei, nachhaltig oder von irgendwem zertifiziert. Darauf kann man sich als Verbraucher leider nicht verlassen.  

Ein Beispiel

pefc_logo
PEFC-Gütesiegel

Auf vielen Holz- und Papierprodukten finden wir das PEFC-Gütesiegel. Doch davon raten alle großen Umweltschutzorganisationen ab. Denn bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieses Zertifikat als Marketing-Idee der Wirtschaft. Eine unabhängige und verlässliche Überwachung, um den Schutz des Waldes zu sichern, bietet dieses Zertifikat nicht.

Gibt es Alternativen?

Im Zusammenhang mit Papier taucht immer wieder das FSC-Siegel auf. Dieses Zertifikat soll dem Verbraucher versichern, dass das Holz zur Papierherstellung (gilt aber auch für Möbel, Böden etc.) aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Organisationen wie Greenpeace gründeten 1993 in Zusammenarbeit mit der Industrie den Forest Stewardship Council (FSC). 2018 kündigte Greenpeace jedoch seine Mitgliedschaft. Grund dafür ist Holz, das zwar aus kontrollierter Waldwirtschaft stammt, für dessen Fläche jedoch trotzdem Urwald abgeholzt wurde. Und dennoch, so ist im Interview mit Christoph Thies (Greenpeace) nachzulesen, ist das FSC-Zertifikat noch das „einzig glaubwürdige“ (Quelle: Greenpeace Website). Damit ist klar, eine hundertprozentige Sicherheit, dass kein Regenwald für ihr Papier abgeholzt wurde, gibt es auch hier nicht.

FSC-Siegel

Auf welche Siegel können Sie sich verlassen?

Naturland_Logo
Naturland-Siegel

Bei Holz aus Deutschland steht lediglich das Naturland-Gütesiegel für ökologische Waldnutzung. Es ist hauptsächlich auf Holzprodukten und Holzwerkstoffen zu finden und eher bekannt als Siegel auf ökologischen Lebensmitteln. Leider konnten wir nicht herausfinden, ob es auch Papier gibt, das dieses Gütesiegel trägt.

Der blaue Engel

Eine erfreuliche Ausnahme ist der Blaue Engel – nicht nur bei Papier. Doch bei der Papierauswahl für Drucksachen, Büropapieren oder Schulmaterialien, sollte man auf den Blauen Engel achten. Denn dann kauft man ein Produkt, das entweder komplett oder zu einem großen Anteil aus Recycling-Material hergestellt wurde. Deshalb: Wer umweltschonend Drucken möchte, kommt an Recycling-Papieren nicht vorbei.

Umweltsiegel Blauer Engel

Fazit:

Jedem dürfte nun klar sein, dass umweltfreundliches Drucken nicht möglich ist. Umweltfreundlich wäre nur der Verzicht. Umweltschonend, maßvoll und zielgerichtet – das sollte der Anspruch sein.

In unserer Brust schlagen zwei Herzen: Wir lieben Drucksachen. Ideen sammeln, Farben & Papiere aussuchen, dann die Gestaltung und schließlich das fertige Produkt in Händen zu halten. Das ist toll. Und gleichzeitig wollen wir unsere Kunden ermutigen, umweltschonend zu agieren. Gerne entwickeln wir dafür Ideen und Konzepte und unterstützen Sie bei der Umsetzung. Denn es gibt einiges, das Unternehmen für den Umweltschutz tun können.

Das haben wir für uns umgesetzt: Im PLUS8-Büro kommt der Strom entweder vom Dach oder die Rosenheimer Stadtwerke liefern regional erzeugten Ökostrom. Wir vermeiden unnötige Fahrten, vieles lässt sich online und per Telefon klären. Unser Provider für den Server nutzt fast zu 100 % Strom aus regenerativen Energien. Wir beauftragen soweit möglich Druckereien und Zulieferer vor Ort oder arbeiten mit Firmen zusammen, die sich auf ökologische Produkte und Arbeitsabläufe spezialisiert haben. Zugegeben: Im kleinen Rahmen – wie dem PLUS8-Büro – ist die Umsetzung leichter.
Und: Nobody is perfect … Aber es ist ein Anfang.

Wir freuen uns auf tolle Projekte von Ihnen, die wir wenn möglich gerne umweltschonend und klimaneutral für Sie umsetzen. Wir sind Ihr Ansprechpartner für Fragen zu ökologischen Drucksachen und Werbemitteln. Sie sind auf der Suche nach kreativen Ideen und neuen Möglichkeiten? Fragen Sie uns ­– wir unterstützen Sie gerne!